Ankunft in...

Markus' Rückkehr

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Mikrowellen-Schokoladen-Kuchen!

McGyver wäre heute ziemlich stolz auf mich. Freitags für die Gruppenbesprechung der Biologen muss jeder mal einen Kuchen mitbringen. Morgen bin ich dran und ich dachte bevor ich einen von diesen super öden  Supermarktkuchen kauf, mach ich selbst einen. Falls ihr jetzt denkt - moment, der Markus hat gar keinen Backofen: Dann eben in der Mikrowelle! Allen Zweiflern zum Trotz scheint mir das Experiment soweit geglückt zu sein! Ob das ganze dann essbar ist, zeigt sich aber erst Morgen :-D Und falls er scheußlich schmeckt, muss ich bestimmt nicht nochmal :-D :-D :-D

Dienstag, 26. Oktober 2010

Rotorua!

Labour Day sei Dank hatte ich die letzten drei Tage frei. Zwei davon hab ich in Rotorua verbracht, wo es deutlich mehr zu erleben gibt, als man an einem Wochenende machen koennte. Wir (Silas, Ben und ich) haben uns bei wunderschoenem Wetter an ruhigere Aktivitaeten gehalten. Zunaechst gehoerte dazu ein Pflichtbesuch in Te Puia, welcher den beruehmten Pohutu Geysir beherbergt. Hauptsaechlich ist Te Puia jedoch bekannt als eine Art Institut fuer Maori Handwerk und Kuenste. Das heisst auf Deutsch, eine Touristenfalle, wo Maori einem einen Eindruck ihrer Kultur geben moechten. Das hat auch gut geklappt. Die Geschichte des Bildes hierzu: Einer aus der Touristengruppe wurde als unser Anfuehrer gewaehlt (Chief Ivan ;-). Dieser musste sich dem freundlich aussehenden Krieger entgegen stellen, welcher als Freundschaftsgeste ein Blatt in der Mitte des Weges abgelegt hat. Ivan nahm das Blatt und verschaffte uns Zutritt zur Halle im Hintergrund, die wir barfuss betreten durften (Fussgerueche sind nicht so schlimm, da der ganze Ort sowieso nach Schwefel riecht!). In der Halle durften wir dann verschiedene Taenze sehen. Dazu zaehlt der beruehmte Maori Kriegstanz - Haka genannt - und musikalische Taenze begleitet vom klassischen Maoriinstrument schlechthin - der Gitarre.

Am faszinierendsten ist jedoch das Haka, da die Maori ihre Augen dabei rausploppen lassen wie im Foto und zusaetzlich mit ihrer seeehr langen Zunge einschuechtern. Sollte man gesehen haben! Einziges Problem: Lachen verboten. Wahrscheinlich haette das auch jemand den ersten Englaendern sagen sollen, die danach dran glauben mussten. Ausser der Maoriauffuehrung war das ganze auch landschaftlich sehr interessant. Ueberall findet man kleine Wasserloecher in denen das Wasser vor sich hinkocht. Ausserdem gibt es eine Menge Dampf. Bin gespannt wieviel Loecher mein Hemd nach dem Waschen aufweisen wird. Ihr habt uebrigens Glueck, dass ihr das nicht riechen muesst, wenn ihr das Album durchblaettert :-D

Abends wollten wir noch das "Burried Village", also das begrabene Dorf ansehen. Dieses wurde beim letzten lokalen Vulkanausbruch 1886 verschuettet und vor ein paar Jahren fuer die Touristen wieder ausgegraben. Leider schliessen die schon 4.30 pm. Nur als Info an meine Eltern.

Wir haben den Abend gemuetlich beim Essen ausklingen lassen. In einem sehr guten Restaurant hatte ich mein erstes richtig gutes Lamm und dazu gab es die beruehmten Suesskartoffeln - Kumara genannt. Hat Hammer lecker geschmeckt. Und endlich hab ich was zu Essen gefunden, was es in Europa nicht gibt oder taeusch ich mich da?

Am naechsten Tag gab es dann noch den Lake Rotorua, den zweit groessten See Neuseelands zu sehen. Hier ist die Luft zum Glueck besser. Faszinierend war die massive Ansammlung schwarzer Schwaene, es gibt hier wohl keine weissen.

Als letzten Punkt der Reise hatten wir noch das beruehmte Polynesian Spa, ein Thermalbad an einem blubbernden Teil des Lake Rotorua. Die Wassertemperatur reicht hier von 38 - 42 Grad. Das wird der Susanna gefallen! Es waere wohl besser gewesen, wenn das Wetter hier etwas kaelter gewesen waer, denn meinen Kreislauf hat das ganze etwas runtergefahren. Aber eine Schweizer Burger von Burger King hat mich wieder auf Vordermann gebracht. Ich wuesste nur zu gern, was den Burger zu einem Schweizer Burger gemacht hat. Er war nicht einmal neutral, sondern hatte eine eindeutige Tendenz zu lecker. Der spannendste Teil war die Rueckfahrt, denn ich sass am Steuer! Linksverkehr fuehlt sich soooo falsch an, aber noch schlimmer ist das Schalten mit der linken Hand (und das sag ich als Linkshaender!). Wenn ihr euch fragt wieso, putzt mal eure Zaehne mit der falschen Hand. Ist das selbe Gefuehl! Nichtsdesto trotz bin ich stolz, dass ich immer auf der richtigen Seite gefahren bin (meistens sogar zu weit links, was die Fahrbahnbegrenzung mit lauten Geraeuschen kommentiert). Die Polizei, die an diesem Tag sehr praesent war, hat mich jedenfalls fuer akzeptabel erachtet. Wenn ich jetzt noch das Blinkersystem im zweispurigen Kreisverkehr kapier, dann wird alles gut!

Samstag, 23. Oktober 2010

Von GABA bis Yum Cha!

Eine ereignisreiche Woche liegt hinter mir und zum Glück ist endlich Wochenende :-) Angefangen hat auch diese Woche mit wenig angenehmer Laborarbeit. Ich hab die Ehre ein simples Experiment durchführen zu dürfen, für dessen Ausführung jedoch zunächst etwa 50 Chemikalien ausfindig gemacht werden mussten. Nachdem ich also Kühlschränke durchforstet, Mitarbeiter ausgefragt und Listen geprüft habe, fehlt jetzt nur noch eine blöde Aminosäure (GABA). Ich hoffe sehr, dass das noch besser wird. Super ist, dass ich Carla von den Biologen jetzt kennen lernen durfte. Ihre Arbeit geht ungefähr in die gleiche Richtung wie meine, so dass ich jetzt ein bisschen Starthilfe bekomme.

Neben der Arbeit finde ich zum Glück auch viel Zeit für die schönen Dinge des Lebens. Am Mittwoch war ich im Maidment Theater, einem Theater direkt hier auf dem Campus. Zu sehen gab es eine akrobatisch-künstlerische Interpretation von Tango. Am Anfang echt toll, stellt euch dazu Matrix mit Tangomusik vor. Leider wurde das ganze ein wenig repetitiv, hat mir aber dennoch gut gefallen.

Donnerstag wurde ich spontan eingeladen auf eine Geburtstagsfeier mitzukommen. War ein super lustiger Abend in einem sehr netten italienischen Restaurant. Die Kellner sind zum guten Teil authentische Importware aus bella Italia. Das Highlight hier ist jedoch was den weiblichen Besuchern blüht, wenn sie Geburtstag haben. Die etwa ein dutzend Kellner bringen dem Geburtstagskind ein Stück Kuchen. Dazu gibt es muskulöse Oberkörper, da die Oberteile vorher abgelegt werden. Schließlich gibt es von jedem Kellner noch einen Kuss auf die Backe. Unser Geburtstagskind hatte den Rest des Abends glühende Ohren :-) Auf dem Foto hierzu könnt Ihr Keith (Original Kiwi - selten) sehen, der mit mir im selben Büro arbeitet. Den Abend haben wir beim Japaner ausklingen lassen, bei dem ich erstmals Sake probieren durfte. Nicht schlecht!

Freitags gibt es hier ja das traditionelle Feierabendbier (Beer o'clock), was ich mir auch diese Woche nicht habe entgehen lassen. Dieses mal kam ich auch wieder ganz schön rum. Erst bei den Physikern, dann bei den Biologen und mit den wirklich Feierwilligen dann noch beim zuvor genannten Japaner. Wir hatten eine ganze Menge zu lachen, wie man auch auf den Bildern hierzu auch sehen kann :-) 
Die Haupterkenntis dieses Abends lag für mich darin, dass der Mindestpreis von Wein bei 7,50NZ$ pro Glas liegt. Kauft man Wein im Wert 7,50NZ$ erhält man trinkbaren Alkohol. Bezahlt man 9 NZ$ aufwärts wird es Wein. Kauft man jedoch billigeren, so ist zu beachten, dass das Etikett dann als "Weißweinessig" zu lesen ist. Leider hab ich das ein Glas zu spät gelernt.

Bei Auckland handelt es sich ja um einen wahren Schmelztiegel verschiedener Kulturen. Also eine einmalige Gelegenheit verschiedene Küchen dieser Welt zu erforschen. Mein Ziel: Ich will alles probieren! Heute hab ich mich deshalb von Anna (Taiwanesin) in die Kunst des Yum Cha Essen einführen lassen. Yum Cha bedeutet wörtlich "Tee trinken", in Wirklichkeit handelt es sich aber viel mehr um eine Art "Sitzbuffet", das traditionell mittags statt findet. Das ganze läuft so ab, dass Kellner mit verschiedenen kleinen Gerichten und Getränken von Tisch zu Tisch gehen und das ganze feil bieten. Entscheidet man sich für etwas wird das dann auf einem Zettel notiert, also leider kein All-You-Can-Eat. Aber darüber hinaus war das eine interessante kulinarische Erfahrung. Ich weiß leider nicht, was ich da alles gegessen hab, aber das allermeiste war sehr lecker. Man beachte: Es ist erlaubt seinem Essen beim Spielen zuzukucken (unteres Bild).

Ich hab sogar komische Innereien probiert, die mir aber leider gar nicht geschmeckt haben. Die Atmosphäre war sehr nett, wobei ich am Anfang mehr als überfordert war und ohne Hilfe an der Auswahl sicher gescheitert wäre :-) Woran ich mich noch gut erinnern kann ist, dass die Chinesen die Maultaschen vielleicht schon vor den Schwaben erfunden haben. Zumindest haben die etwas sehr sehr ähnliches :-) Hätten die noch Kartoffelsalat gehabt, könnten die ernsthaft schwäbisches Heimweh kurieren.

Am Montag ist hier in Neuseeland Labour-Day und damit nationaler Feiertag. Ich genieße im Moment also ein langes Wochenende und nachdem ich mir eigentlich schon genug angefuttert habe, um das auch ohne weiter Nahrungszufuhr zu überstehen, hab ich nicht vor daheim zu bleiben. Silas hat mir angeboten mir Rotorua zu zeigen. Dabei handelt es sich um eine sehr berühmte Vulkanregion auf der Nordinsel, etwa 3 Autostunden von Auckland entfernt. Mit ein bisschen Glück darf ich dort in heißen Quellen baden und schon mal vortesten, denn ich kann mir vorstellen, dass das bei Susanna auf der Zielwunschliste an Position Nr. 1 steht. Übernachtungen sind außerhalb der Saison verflucht billig, so dass ich dort für umgerechnet nicht mal 20€ übernachte und erst Montag Abend zurückkomme. Bis dahin wünsch ich euch ein schönes Wochenende und besseres Wetter!

Dienstag, 19. Oktober 2010

Massey University!

Eigentlich bin ich ja an der University of Auckland, doch heute hatte ich Gelegenheit eine andere Uni aus der Nähe anzuschauen. Die Massey University ist eine der bekannteren Universitäten hier im Land. Sie ist ein bisschen verteilt und hat mehrere Standorte, einer davon nördlich von Auckland nahe Albany. Zu der Uni lässt sich sagen, dass man diese als solche nicht erkennen würde. Der ganze Campus hat architektonisch mit einem Erholungszentrum mehr gemein, als mit dem, was man sich unter einer Uni sonst vorstellt.

In Albany haben unter anderem die Naturwissenschaftler ihren Sitz, die heute Gestgeber der "Northern Conference of Computational Biology" waren, an der ich auch teilnehmen durfte. Sagen wir die Bezeichnung Konferenz schien mir reichlich übertrieben, aber es waren einige Menschen versammelt, die die Bioinformatik in der einen oder anderen Form nutzen und es gab ein paar wirklich interessante Vorträge. Der Interessanteste lässt sich so zusammen fassen: "Wissenschaftler werden gezwungen immer mehr zu veröffentlichen. Dadurch gibt es heute so viele Veröffentlichungen wie noch nie zuvor! Dummerweise kann keiner mehr all diese Artikel lesen. Warum? Keine Zeit, sind ja alle mit schreiben beschäftigt." Treffender könnte man den Irrsinn gegenwärtiger Forschung kaum zusammenfassen. Leider wurden keine wirklichen Lösungen präsentiert, aber das Problem beim Namen nennen ist ja der erste Schritt.



Größere Kartenansicht

Schockierend wieder mal der hohe Anteil Deutscher. Würde hier nicht die britische Flagge wehen, so könnte Neuseeland auch fast schon unser 17. Bundesland sein. Mit dem Zuordnen von Akzenten bin ich ja nicht so gut, aber den des letzten Sprechers konnte ich auch im Englischen zweifelsfrei zuordnen. Nachfragen ergab tatsächlich, dass Prof. Peter Schwerdtfeger geborener Suttgarter ist :-) Vielleicht sollte ich zum Englisch lernen nächstes mal auf den Mond gehen. Wobei dort wahrscheinlich bald Chinesisch gesprochen wird. Verdammt.

Sonntag, 17. Oktober 2010

Tamaki Drive!

Heute hab ich es endlich geschafft das Fahrrad einmal auszuprobieren. Das Wetter war hierfür ideal. Das Fahrrad war auch besser flott zu bekommen, als ich dachte. Ein wenig Luft in die Reifen, Sattel einstellen und schon konnte es los gehen. Als Ziel hatte ich den Tamaki Drive auserkoren.



Das ist eine Straße, die sich hier an der Küste entlang schlängelt und bei Einheimischen sowie Touristen sehr beliebt ist. Auf dem Weg dorthin bin ich noch den Berg hinauf nach Parnell gefahren und hab mal ein bisschen mit dem Linksverkehr geliebäugelt. Hat ganz gut funktioniert solange Autos entgegen kamen, nur allein im Wohngebiet musste ich mich ab und zu neu auf links kalibrieren.


Größere Kartenansicht

Der Tamaki Drive verfügt als eine der wenigen Straßen hier über einen ausgebauten Fahrrad/Jogger/Inlineskater/Fußweg. Da er ziemlich eifrig genutzt wird, fahren viele trotzdem auf der Straße. Ich hab mich brav an den Fahrradweg gehalten, da fühlte ich mich auch sicherer. Eigentlich wollte ich ein paar Kilometer weiter fahren, doch gleich in der ersten Bucht habe ich einen schönen Strand gefunden, an dem ich Wurzeln geschlagen habe. Es dauerte auch wie üblich nicht lange, bis mich jemand angesprochen hat. Dieses mal war es jedoch kein Kiwi mit Helfersyndrom und auch kein Asiate mit Ratschlägen über Frauen, sondern ein Maori, der lediglich die Bank mit mir teilen wollte. Wir kamen schnell ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass er an diesem Strand war, um seinen Enkel mit dem Fernglas beobachten zu können. Der kleine Knirps war in einem Miniatursegelschiff unterwgs, um die Grundlagen des Segelns beigebracht zu bekommen (siehe Album). Hab heute viel über die Maori gehört. Was mich gefreut hat: Die Maori scheinen heute glücklich in Neuseeland zu sein. In den letzten 20 Jahren haben sie sich langsam einige Rechte erkämpft. Beispielsweise wurden ja alle Maori bekannterweise von den Briten enteignet. Jetzt räumt die Regierung den Maori aber immerhin bei allen Verkäufen staatlicher Grundstücke ein Vorkaufsrecht ein. Das nutzen die Maori, indem sie mit Sponsorengeldern alles aufkaufen, was sie in die Hände bekommen können. Teile davon lassen sie dann im großen Stil bebauen, um das zu refinanzieren. Andere Grundstücke lassen sie aber auch der Natur, auch wenn reiche Leute noch so gerne Häuse mit Meerblick aufstellen möchten. Das meiste Geld investieren die Maori dann in die Ausbildung ihrer Kinder. Also zumindest dieser Stamm scheint mir alles richtig zu machen. Maorische Küche kann man zu meinem Verdruss aber tatsächlich in keinem Restaurant genießen. Das Hangi, bei dem sich die Maori versammeln, um Essen auf kochend heißen Steinen zuzubereiten, ist leider eine  Privatveranstaltung. Schade :-)

Samstag, 16. Oktober 2010

Mexican Café!

Freitag scheint mir hier immer der geschäftigste Tag der Woche zu sein. So verbrachte ich heute zum Beispiel viel sinnlose Zeit im Labor, um im Kühlschrank nach Dingen zu kramen, die dann gar nicht existierten. Dann war ich heute aber auch zum ersten mal bei der Gruppenbesprechung von Silas' Arbeitsgruppe dabei. Das sind echt nette Biologen! Da auch die Biologen Freitag nach der Arbeit ausgehen hab ich in Zukunft immer das Problem mich zweiteilen zu müssen. Nochmal die Erklärung: Ich sitz bei den Physikern im Gebäude, weil mein Betreuer Nr. 1 Biophysiker ist. Ich arbeite aber viel mit Biologen, wozu Silas gehört, der hier Betreuer Nr. 2 darstellt. 

Da heute nicht viele Physiker zum Feierabendbier da waren, konnte ich diese spontan überreden zu den Biologen mitzugehen. Mit denen hatten wir dann viel Spaß, zunächst in der Gouvernment Hall, später beim Italiener und noch später im Mexican Café, wo ich versucht habe mich der mexikanisch/brasilianischen Tanzkultur anzupassen. Ich bestätige nach wie vor alle Vorurteile über den Rhythmusmangel deutscher Männer, aber ich hab mich trotzdem ganz wohl gefühlt. Brasilianischer Caipirinha ist was Feines und hilft gut bei tänzerischen Defiziten. Auf dem Foto könnt ihr zwei Physikdoktoranten Anna und Esteban sehen. Anna ist Taiwanesin und vertritt die Minderheit "Frau" unter den Physikern. Esteban ist Mexikaner und ein unheimlicher Kulturkenner. Der Gute spricht ein bisschen Deutsch und kennt darüber hinaus deutlich mehr deutsche Filme als ich. Einer von den Leuten, die man fragt: "Kennst du Wikipedia?" - "Hmm, ah ja, hab ich schon gelesen." Auf seinem IPod hab ich heut entdeckt, dass es eine deutsche Variante von Rhythms del Mundo gibt. Muss ich unbedingt haben.

Zum Schluss möchte ich Thomas und Claudi meine Glückwünsche senden. Claudi hat eine kleine Hanna zur Welt gebracht und Onkel Markus hofft jetzt in der Ferne auf viele Fotos der glücklichen Familie! Ich freu mich so für euch, dass alles gut gegangen ist!

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Hot Pot!

Zu den Dingen, die ich hier in Neuseeland am meisten vermisse zählen definitiv vernünftiges Klopapier und eine vernünftige Heizung. Die letzten Tage hatte es hier teilweise unter 10°C und da hab ich nachts schon ganz schön gebibbert. Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass der Sommer kommt und mir das nicht allzu oft passiert. Ich hätte jedoch keine Ahnung wie die den Winter hier überstehen. Aber jetzt ist es wieder wärmer geworden und ich kann wieder positiv denken.

Gestern gab es bei einer Infoveranstaltung der Biologen gratis Wein zur Verköstigung. Ich hab die Gelegenheit ergriffen und mich mal durch die Rebsorten der Südhalbkugel getestet. Sauvignon Blanc, Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Gris waren darunter. Keine Angst, die Gläser waren klein ;-) Es lässt sich jedoch feststellen, dass der Wein hier durchaus trinkenswert ist. Schön fruchtig und nicht zu trocken, also ganz wie ich das mag. Im Laden ist das jedoch nicht ganz günstig, da kommt es gerade Recht, dass die Uni aushilft. Wär doch was für die deutschen Unis, die nicht wissen wohin mit den Studiengebühren.

Anderes Thema: Auch die Gastronomie erschließt sich mir langsam. Nachdem ich gestern eine gute Pizzeria gezeigt bekommen habe, wurde ich heute zum Mittag spontan zum Hot Pot eingeladen. Ich hatte natürlich keine Ahnung, was da auf mich zukam, aber die asiatische Küche hat halt so einiges zu bieten. Hot Pot, also heißer Topf, wird auch Steam Boat oder Dampfschiff genannt. Die Idee ist ähnlich wie beim Fondue. Jeder bekommt einen Topf mit kochendem Wasser, dazu einen Zettel auf dem man verschiedene Dinge ankreuzen darf. Z.B. Lamm oder Rind, welche Soße in das Wasser kommen soll, welche Soße man zum Dippen (nein ich stippe immer noch nicht) möchte und dazu sechs Dinge, die man gerne kochen würde. Man bekommt dann entsprechend seiner Bestellung Teller hingestellt und darf los legen sobald das Wasser kocht. Ich hab also munter Lamm, Octopus, Krabben, Salat, Kartoffelnudeln und andere Dinge köcheln lassen und mich dann abgemüht das mit Stäbchen wieder zu bergen. Ein bisschen könnt ihr das auf dem Foto bewundern und zu meinem Glück ist das Foto entstanden, bevor ich angefangen habe, Sauerei zu machen. Alles, was es in meinen Mund geschafft hat, hat übrigens echt lecker geschmeckt und ist durchaus zu empfehlen! Auf dem zweiten Foto sehr ihr im Übrigen KaFai, von dem ich glaub ich schon mal erzählt hab.

Dienstag, 12. Oktober 2010

Im Labor!

Unter der Woche hab ich leider nicht ganz so viel Interessantes zu berichten. Aber falls ihr euch fragt, was ich bei der Arbeit den ganzen Tag so treib, hier ein paar Einblicke. Ich widme mich hier der Analyse von Stoffwechseldaten eines fiesen Krankenhauserregers mit dem leckeren Namen Enterococcus faecalis. Am Ende meiner Arbeit könnte ein Computermodell entstehen, welches im Idealzustand tiefere Einblicke in und vielleicht auch Vorhersagen über den Stofftwechsel erlaubt. Langfristiges Ziel der Forschung hier ist es neue Wege zu finden, um das fiese Bakterium unschädlich zu machen. Fies ist es übrigens deshalb, weil es Antibiotika fast schon zum Frühstück verspeist und sogar auf trockenen, unbelebten Oberflächen überleben kann.

Bislang hab ich mich hauptsächlich mit Fachlektüre auseinander gesetzt, um mit dem ganzen Thema besser vertraut zu werden. Doch seit gestern bin ich mit Hilfe von Silas dabei, die Daten, mit denen ich arbeiten soll, tatsächlich mal unter die Lupe zu nehmen. Dazu hab ich Silas gestern im Labor besucht und mir direkt an der Quelle ein paar Rohdaten beschafft. Spiel jetzt also erstmal eine Weile Excel, bevor ich die Daten in diversen Geek-Programmen hoffentlich weiter verwerten kann. Falls durch diese äußerst öde Beschreibung meiner Tätigkeit der Neid auf meine Person abgenommen hat, hier noch ein Foto, um den Ausgangszustand wiederherzustellen ;-) Das ist die Aussicht, die ich aus dem Bürofenster habe:

Das motiviert immerhin, oder?

Sonntag, 10. Oktober 2010

Devonport!

Die meisten von euch erinnern sich bestimmt an einen hervorragenden Film namens "Die Truman Show", in der eine künstliche Welt geschaffen wurde, um das Leben des ahnungslosen Jim Carey live im TV zeigen zu können. Ich fühle mich hier langsam genauso! Wann immer ich bei meiner Wanderung durch Devonport (12 Minuten mit der Fähre vom Hafen entfernt) auch nur eine Sekunde anhalte, um die Karte zu studieren, werde ich SOFORT freundlich angesprochen - "Can I help you." Fast schon unheimlich und fast so, als würden die Leute alle dafür bezahlt mir zu helfen und sich hinter jedem Gebüsch verstecken. Vielleicht ist es aber auch ein gut gemeintes Programm der Regierung, um den Tourismus anzukurbeln und jeder Anwohner bekommt tatsächlich eine Prämie pro beratenem Touristen. Dass es einfach nur offene Freundlichkeit ist, kann ich immer noch kaum glauben. Es sind jedenfalls wieder viele schöne Bilder entstanden, vom North Head, Mt. Victoria und vom Cheltenham Beach. Ein schöner Ort und eine Fährfahrt definitiv wert. Die Fotos hab ich euch auch schon brav hochgeladen.

Habe mich später am Nachmittag von meinem Betreuer Silas (Bild) abholen lassen. Er war so freundlich mir sein Fahrrad für die Zeit hier zu leihen und darüber hinaus hat er mir den 2,5 Stunden Fußmarsch von Devonport zu seinem Haus erspart. Er ist Brasilianer mit italienischen Wurzeln, der in Dänemark promoviert hat, und ich habe mich sehr gerne mit ihm unterhalten. Dazu hatten wir ausgiebig Gelegenheit, da er mit mir zum Long Bay Regional Park gefahren ist. Das ist am absoluten Nordzipfel Aucklands und Silas' Lieblingsplatz zum Nachdenken. Ich war auch bei ihm zuhause, wo ich die aktivste Hündin meines Lebens kennen lernen durfte. Sie mag Fremde ganz außerordentlich und dass man - wie ich - ein klein wenig Angst vor Hunden hat, zählt da natürlich nicht als Ausrede. Also musste ich mich nicht nur bespringen lassen, sondern sogar Tauziehen spielen. Auch wenn Hunde mich immer noch nervös machen: Ich bin sicher, die will nur spielen! 

Saturday Night!

Am Wochenende ist echt was los, deshalb schon wieder ein Blogeintrag von mir! Nachdem ich es heute Morgen sehr langsam angehen lassen hab, bin ich Mittags doch noch aktiv geworden. Zunächst war ich in der Bücherei, denn als Bewohner Aucklands bekommt man dort eine kostenlose Mitgliedschaft. Die Anmeldung war auch ziemlich unkompliziert, da Servicepersonal hier in der Regel sehr viel freundlicher ist als oft in Deutschland. Bin also für meine Zeit hier mit Literatur gut versorgt. Man hat hier sogar regale Voller ausländischer Bücher, so dass tatsächlich von drei Büchern, die ich ausgeliehen habe, zwei auf Deutsch sind. 

Mein nächster Halt war mal wieder der Supermarkt. Bekomme langsam eine Ahnung, was man hier kaufen sollte und was nicht. Habe heute Trauben gekauft, die die leckersten sind, die ich jemals hatte. Da ich naturgemäß mit großen Augen durch den Laden laufe, alles einlade und deutlich mehr einkaufe, als ich tragen möchte,  habe ich mir heute aus der Abteilung Rentnerzubehör eine Tasche gekauft, die sich in einen Lebensmitteltransportwagen inklusive ausklappbarer Räder verwandeln  lässt. Wahnsinn! Damit komm ich mir nimmer so komisch vor, wenn ich dutzende Plastiktüten schleppe und es ist auch um vieles leichter :-) Im Park gab's eine kleine Pause, doch das war ein Fehler. Ich wurde sofort von der hießigen christlichen Sekte heimgesucht. Ich musste mir dutzend Bibelzitate anhören, bevor ich flüchten konnte. Und bevor ihr fragt, es waren nicht mal die Zeugen Jehovas!

Abends war ich in der Bar, die man hier direkt auf dem Campus findet (Shadows genannt). Auf dem Bild seht ihr die Band von Jon, der heute gespielt hat, und den ich endlich kennen lernen durfte. Er und seine Freunde sind wirklich sehr nett. Zur Info: Jon ist ein Freund von Hanni und hat in Pliezhausen bei Reutlingen als Kunstschmied gearbeitet. Er sagte mir, er würde gerne mal Deutsch mit mir üben, da er hier nicht viel Gelegenheit hat. Kam mir komisch vor, da ein Österreicher zu seinem Freundeskreis gehört. Als ich Jon vorgeschlagen hab, mit diesem zu üben, meinte er, "Lieber nicht, der hat so einen komischen Akzent." Tja das passiert, wenn man statt Deutsch Schwäbisch gelernt hat. Die Musik ist übrigens echt gut, solide Rockmusik, die den meisten von euch wahrscheinlich gefallen würde. Morgen gibt es dann hoffentlich mal wieder ein paar Bilder, denn ich fahre nach Devonport und organisier mir dort ein Fahrrad. Details folgen.

Samstag, 9. Oktober 2010

Friday Night!

Langsam fang ich an hier Kontakte zu knüpfen! Voll gut! Ein paar Leute hier haben wohl eine Tradition Freitag Nachmittags ein Feierabendbier zu trinken. Leider hat das gestern nicht ganz so gut geklappt, denn anstelle der 10 Leute die sonst wohl auflaufen, waren wir nur zu dritt. Das machte jedoch nichts, wir haben uns auch so ganz nett unterhalten.

Anscheinend mochten die mich auch, denn spät abends bekam ich eine SMS von einem deutschen Kollegen, der meinte ich soll an die Bar "Brew on Quay" kommen, da sich hier einige Leute versammelt hätten. Ich natürlich froh, dass ich mal unters Volk komm bin schnurstracks hinmarschiert (15-20 Minuten zu Fuß). Auf dem Bild könnt ihr die Bar im Tageslicht sehen, da sie mir bei meinem Hafenspaziergang auch schon aufgefallen war. Wie ihr seht, macht das einen netten Eindruck und auch von innen hat es mir ganz gut gefallen. Diese Bar importiert Bier aus aller Herren Länder und man bekommt auch eine ganze Reihe deutscher Biere. Ich hab mich jedoch an Cider gehalten, was auch sehr lecker war und im Gegensatz zu dem Cider, den man hier bekommt auch ganz schön reinhaut. Die Gesellschaft war auch sehr lustig. Es gab eine Liveband, die bekannte und gute Lieder gespielt hat (wenn auch zu laut für meinen Geschmack). Anlass der Veranstaltung war das "Oktoberfest" zu feiern, wofür die Kellerinnen Dirndl ähnliche Kleider anhatten und die Wände mit der bayrischen Flagge geschmückt wurden. Niemand dort konnte glauben, dass ich noch nie auf dem Original war. Außerdem musste ich erklären, was es mit dieser Flagge überhaupt auf sich hat, dass München in Bayern liegt und dass es bei weitem nicht die einzige Veranstaltung dieser Art ist, auch wenn es die Medien hier so aussehen lassen. Achja und was die Schilder mit "Ein Prosit" eigentlich bedeuten. Habe die Zeit dort sehr genossen (wie alle anderen auch), bis man uns ab 2 Uhr langsam hinaus komplementiert hat. Nachtbusse gibt es hier wohl nicht, die Kiwis greifen hier alle auf Taxis zurück. Ich hatte es zum Glück nicht so weit und bin heim gelaufen. Ein sehr gelungener Abend!

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Sport!

Immer nur Futtern macht bekanntlich dick, deshalb hab ich mich heute dem Thema Sport gewidmet.

Wenn ich um 18 Uhr heim gehe und mir noch vorstellen kann Joggen zu gehen, dann muss ich mich auch fast schon beeilen, denn 19.30 Uhr geht die Sonne unter und liefert damit eine perfekte Ausrede nicht mehr aus dem Haus zu gehen (dunkel, gefährlich, KALT, ...). Heute war ich jedoch schneller als mein innerer Schweinehund und bin tatsächlich ein paar Kilometer gelaufen! Das macht auch Spaß, denn a) gibt es genug Parks in der Nähe und b) fühlt man sich beim Sport sowieso immer gut und c) gehen hier unglaublich viele Menschen joggen - Mir kamen bestimmt dutzende Leute entgegen. Es motiviert ziemlich, wenn man nicht einsam durch die Welt tigert. Meine Route hab ich durch "Auckland Domain" gewählt. Das ist unter anderem der Berg, auf dem das Auckland War Memorial Museum steht, und an das ein Stück schöner Park anschließt (siehe obiges Foto vom Coast to Coast Walk).

Themawechsel! Manche von euch wissen ja, dass ich auch gerne Fahrrad fahre. Pro und contra hierzu:

CONTRA: Auckland gilt nicht gerade als die Fahrradstadt schlechthin und an der Uni bekommen Fahrräder sogar einen eigenen Käfig, da sie vom Aussterben bedroht scheinen. Fahrradwege gibt es nur wenige, und selbst da wird man gerne überfahren. Außerdem: Wo stell ich ein Fahrrad unter, damit es auch Artenschutz genießt? Ganz nebenbei hab ich dann noch in einem halben Jahr den Stress es wieder los zu werden.

PRO: Ich komm damit sehr viel weiter herum, kann mehr von der Umgebung und der schönen Natur sehen und hab sicher eine Menge Spaß. Also was tun?

Die Kollegen sagen: Fahrrad? Kauf dir ein Auto, das machen hier alle so. Aber das kommt schon mal nicht in Frage. Dann vielleicht einfach hin und wieder eins mieten? Die bisher vielversprechendste Lösung liefert Lonely Planet (mein Reiseführer): http://www.adventure-auckland.co.nz/adventurecycles/

Dieser Laden bietet an Fahrräder günstig zu mieten (20NZ$ am Tag). Noch cooler jedoch: Kauft man dort ein Fahrrad, so wird es innerhalb von 6 Monaten garantiert für den halben Preis zurück gekauft. Man kann es auch selbst weiter verkaufen, wenn man so einen besseren Preis erzielt. Wenn ich viel fahre ist das vielleicht günstiger und ziemlich stressfrei, wenn ich keinen Abnehmer mehr dafür finde. Deshalb steht bei der Planung für das Wochenende an erster Stelle die Suche nach diesem vielversprechenden Geschäft. Vielleicht verbinde ich das gleich mit einem Besuch im Zoo, der wäre zufällig nebenan :-)

Dienstag, 5. Oktober 2010

Waschtag!

Langsam komm ich tatsächlich dahinter, wie die Dinge hier funktionieren. Montags wird hier das Zimmer geputzt und man bekommt frische Bettwäsche und Handtücher spendiert. Kein schlechter Service! Wären das jetzt noch fleckenfreie Sachen, dann hätte das Hotelcharakter ;-)

Außerdem dachte ich dann, dass ich mich nicht ewig vor dem Waschen meiner Klamotten drücken sollte und habe mich aufgemacht den ominösen Waschraum zu suchen. Im zweiten Stock bin ich fündig geworden und mit einer größeren Menge an 1-Dollar-Münzen lies sich die Waschmaschine sogar zur Funktion korrumpieren. Trockner gibt es auch, juhuu! Und da alles geklappt hat (entgegen aller Erwartungen) und ich nun aufhören kann die Unterhosen umzudrehen, hatte ich heute Abend ganz gute Laune :-) :-) :-)

Zur Feier des Tages gab es deshalb auch was Ordentliches zu Essen. Das Bild verrät vielleicht nicht unbedingt viel, aber es war sehr lecker! Meine Feststellung beim zugehörigen Einkauf: Hackfleisch, Tomaten und Paprika sind teurer als bei uns. Dafür gab's zum Nachtisch eine halbe Ananas für nicht mal einen Euro. Daran könnt ich mich gewöhnen :-)

Mit der Arbeit komm ich auch ganz gut voran. Mit einem Physikstudenten aus Hong Kong, der das Büro mit mir teilt, versteh ich mich schon sehr gut. Er geht im Oktober für drei Jahre nach Deutschland und im Moment sind wir beim Einüben von essentiellem Labordeutsch: "Kann ich das haben?" - "Bis wann brauchst du es wieder?" - "Ich gehe Essen.". Was meint ihr, was sollte ich ihm noch beibringen? Zum Mittagessen waren wir beim Japaner (Premiere für mich). Fazit: Ich scheine es zu mögen, vor allem den kostenlosen Tee! Jetzt bleibt noch rauszufinden, was der Unterschied zur chinesischen Küche ist?! Gibt es einen?

An dieser Stelle gibt es abschließend noch einen Geburtstagsgruß an den lieben Günter! Möge er kräftig feiern und es sich gut gehen lassen!

Sonntag, 3. Oktober 2010

From Coast to Coast!

Auch heute war das Wetter wieder sonnenklar! Eigentlich bin ich ja nicht so der Wander-Fan, aber nachdem die Touren hier von den Touristenbehörden so hoch gelobt werden, hab ich mir eine davon vorgenommen. Ich  hab ich mir dann auch gleich den 16 km langen Coast to Coast Walkway ausgesucht, nachdem ich mich im Stadtzentrum ja schon für eine größere Tour fit gelaufen hab. Das ist schon besonders cool an Auckland, dass man einfach so von der einen Seite der Insel zur andern laufen kann.

Die eigentlich recht gut beschilderte Route ist jedoch keine direkte, sondern umfasst die wichtigsten Aussichtspunkte, sowie einige Parks. Ich möchte euch jetzt nicht mit Details dieser Route langweilen, denn wen das interessiert, der schaut sich die Fotos an, Kommentare inklusive! Mir bleibt zu erzählen, dass ich es tatsächlich in 4-5 Stunden geschafft habe, obwohl ich mich zwei mal verlaufen hab. Glücklicherweise erwiesen sich die meisten Kiwis als auskunftsfreudig. Eine Frau war besonders nett. Die Frage nach dem richtigen Weg beantwortete sie mit: "Oh just follow me, I show you myself!".

Der Rückweg war eher schlimm, da mich das Bussystem von Auckland total fertig macht. Es gibt keine öffentlichen Busse, sondern nur private Anbieter, die sich kunterbunt tummeln und nicht unbedingt ein sinnvolles Netz bilden. Ich hab's jedoch irgendwie nach Newmarket geschafft. Von da konnte ich glücklicherweise den Rest der Rückreise zu Fuß bewältigen. Kleiner Zwischenstopp in meinem Lieblingsallzweckladen "The Warehouse" inklusive (Wie Picksraus nur noch größer). Ich verfüge jetzt schon über einen Dosenöffner (sehr mächtiges Werkzeug, glaubt mir), auch wenn ich meine Nudeln nach wie vor in der Pfanne kochen muss ;-)

Samstag, 2. Oktober 2010

Sky Tower!

Bin heute also zum ersten mal in dem Zimmer aufgewacht, das die nächsten 6 Monate zuhause sein soll. Fühlte sich ein bisschen komisch an, auch die Uhrzeit passte nicht ganz, denn es war erst so gegen 7. Nicht so schlimm dachte ich, dann ist wenigstens noch jemand in Deutschland wach :-) Hab den Tag ziemlich gemütlich begonnen, leider ohne Frühstück, hab ja bislang nix eingekauft. 

Nachdem ich beim Mittagessen dann schon wieder bei Fastfood gelandet bin, war ich auch sicher, dass ich endlich richtig einkaufen gehen muss. Auf der Suche nach einem Supermarkt, der den Namen auch verdient, bin ich am berühmten Sky Tower vorbei gekommen und hab spontan beschlossen mir die ganze Geschichte mal von oben anzuschauen. Wie sich herausstellte eine wunderbare Idee. Der Ausblick von da oben ist echt klasse und man kann sehen wie eng Auckland tatsächlich von beiden Seiten vom Meer umschlossen wird. Viele Bilder dazu hab ich euch schon hoch geladen, auf denen man auch ein paar Sehenswürdigkeiten von Auckland bewundern kann.


Am interessantesten ist am Sky Tower das Bungy-Jumping. Die Leute springen von der obersten Plattform und werden dann direkt vor dem Observationsdeck gestoppt, so dass sie nochmal Lächeln können und von hundert Touristen fotografiert werden, bevor sie dann die restlichen 180 Meter fallen. Außerdem kann man an einem Halteseil um den Turm herumlaufen: Mit den Füßen senkrecht am Turm natürlich. Beides sehr verlockend und ich muss mir ernsthaft überlegen, ob ich das nicht noch nachhole. Für heute hat mir jedoch die Aussicht gerreicht.

Meinen nächsten Halt habe ich dann am Hafen eingelegt. Dort war der Wind wie man zweifelsfrei erkennen kann noch ein bisschen stärker (Nein, dass ist keine Kiwi-Mode-Frisur). Dort am Hafen gibt es unzählig viele Restaurants unterschiedlichster Art, so dass man es dort durchaus aushalten kann. Beim Schlendern habe ich auch die Anlegestelle der Soren Larsen entdeckt, dem Schiff auf dem Susanna und ich Mitte Januar anheuern wollen :-)



Nachdem der nette Mensch der Touristeninfo mir gesagt hat, dass ich am Hafen auch einen Supermarkt finden würde, bin ich also munter weiter gelaufen, bis ich tatsächlich fündig wurde. Dort habe ich dann deutlich über meine Tragekapazität hinaus eingekauft, wie das neben stehende Bild beweist. Meine Lasteseltauglichkeit habe ich jedoch bewiesen, denn alles ist heil hier angekommen, so dass ich mich jetzt auch endlich wieder halbwegs vernünftig ernähren kann. Wer weiß, vielleicht bin ich bei meinem nächsten Einkauf auch schon so mutig Zutaten für den genialen "Spätzles-Shaker" zu kaufen, den mir meine Tante geschenkt hat ;-)

Freitag, 1. Oktober 2010

Neues Zimmer!

Heute habe ich tatsächlich wie versprochen ein neues Zimmer bekommen. Ihr seht es auf dem Foto. Macht jetzt keinen großen Unterschied werden einige von euch vielleicht sagen, aber es wirkt schon sauberer. Meine Mitbewohnerin Ella (zumindest so ausgesprochen) macht auch einen sehr netten Eindruck. Sie stammt aus dem Königreich Cambodia und studiert hier sowas wie Erziehungswissenschaften an der Uni. Ungewöhnlich fand ich, dass ich tatsächlich jede Woche an die Rezeption marschieren darf um die Miete für die nächste Woche zu bezahlen. Mir wurde versprochen, dass ich eine Woche umsonst bekommen würde. Wenn die darauf zählen, dass ich das vergesse, dann haben sie eindeutig noch nicht viele Schwaben kennen gelernt! :-)

Wie ihr an dem Post merkt, habe ich auch Internet und zwar deutlich schneller als ich dachte. Jedoch ist die Begrenzung des Volumens ein echtes Manko. Ein kurzes Telefonat mit Video heute Morgen mit  Susanna hat gleich mal 400MB gefressen. Video lassen wir also erstmal, aber das kann man ja auch in der Uni nachholen.

Ansonsten hab ich gestern noch ein paar Fotos aus dem Nachtleben Aucklands hinzugefügt. Der Sky Tower wird nachts ganz schön abgefahren beleuchtet, wie ihr sehen könnt. Das schillernde Nachtleben konnte ich jedoch nicht genießen, alleine irgendwie doof. Aber ich werd bestimmt noch ein paar Kontakte knüpfen. Nächste Woche treffe ich Jon, einen Freund von Hanni, der in Auckland lebt und Kunstschmied ist. Freu mich schon sehr darauf.

Liebe Grüße gehen dieses mal an die Eltern von Susanna, für's tapfere Durchhalten trotz großer Mengen Text. Ich versprech sobald ich hier was zu tun finde, schreib ich nicht mehr ganz so schrecklich viel ;-)