Ankunft in...

Markus' Rückkehr

Dienstag, 30. November 2010

Scribbles und andere Dinge!

Die letzte Woche ging es in der Physik ziemlich hektisch zu. Ein Umzug stand seit geraumer Zeit an und alle bereiteten sich darauf mit zunehmendem Eifer vor. Wir mussten in ein Uebergangsgebaeude ziehen, da das eigentliche Physikgebaeude eine Grundrenovierung durchlaeuft. Je naeher der Umzugstermin rueckte, desto schlechter konnte man arbeiten. Insbesondere war das fuer mich der Fall, da mein Buero zur Buechersammelstelle umfunktioniert wurde. Am letzten Freitag hiess es dann "Arbeit einstellen" und sich am Scribbles and Drinks Event beteiligen. Scribbles sind Kritzeleien und die Idee war, dass man den Waenden ja noch eine persoenliche Note geben kann, bevor sie schliesslich eingerissen werden. Esteban, der auch schon den Homer Simpson im Sand kreiert hat, war hier natuerlich sofort dabei.
Am Wochenende durfte ich mich dann neben Homeofficetaetigkeiten fuer meine daenischen Freunde von den Strapazen erholen. Ich hatte am Samstag Gelegenheit mal ein BBQ zu besuchen. Das fragliche Haus beinhaltet mehr als ein Dutzend Menschen und wurde zu etwa 50% von Deutschen bewohnt, so dass es die meistgesprochene Sprache des Abends war. Auch mal wieder ganz nett. Eine der Mitbewohnerinnen hatte sich die geografische Form Neuseelands gerade an diesem Tag auf den Fuss taetowieren lassen und ich muss sagen, das sah gar nicht mal schlecht aus. Aber keine Angst, soweit bin ich noch nicht :-) Anlass der Feier war die Verabschiedung von Linda und Christoph (stammen aus Berlin), die nach einem jetzt statt findenden Abschlusstrip durch Neuseeland im Januar wieder nach Deutschland fliegen. Farewell!

Die Laborgruppe um Silas waechst unterdessen immer weiter an. Neuester Zuwachs ist Sergej, der mit mir boese ist, weil ich Belarus nicht kenne. Ich bin nach wie vor der Meinung, hieran unschuldig zu sein, da ich niemals einen anderen Namen dafuer als Weissrussland gehoert habe. Sergej hat uns jedenfalls Einblicke in die Kueche seiner Heimat gegeben und uns dafuer eine Mischung aus Kartoffelpuffer und Pfannkuchen zubereitet. War ein sehr netter Abend in Silas Haus, bei dem ich jedoch von oben bis unten von Moskitos durchstochen wurde. Ich bin bestimmt 1kg leichter und geh so schnell sicher nicht mehr zur Blutspende. Noch mehr als die Moskitos mag mich jedoch nach wievor Silas' hyperaktive Huendin Gogo, die vor Aufregung ueber all die vielen Besucher fast explodiert ist. Tatsaechlich explodiert ist der Korken einer Flasche Sekt, dessen kompletter (!) Inhalt sich daraufhin als Fontaene im Wohnzimmer verteilt hat. So schnell hab ich noch nie eine Flasche leer gehen sehen, also das war 1A geschuettelt.

Meine Arbeit bekommt unterdessen wieder etwas Fahrtwind, angefangen mit meinem neuen Buero, das ich am Montag bezogen habe. Es ist schoen hell und ich muss es nur mit einer anderen Person teilen. Das heisst dann weniger Ablenkung und weniger Muedigkeit (mehr Licht und kuerzere Laufwege zum Kaffee). Ausserdem hab ich aus verschiedenen Richtungen neuen gedanklichen Input fuer meine Arbeit bekommen. Nachdem ich schon wieder ein wenig am Verzweifeln war, bin ich im Moment also optimistisch, dass ich damit vorankomme. Was leider nicht geklappt hat war meine Teilnahme an einer Mikrobiologie-Konferenz, die heute in Auckland beginnt und die ganze Woche dauert. Das waer fuer mich sehr interessant gewesen, jedoch hab ich leider keinen Sponsor gefunden und 360NZ$ aus der eigenen Tasche war mir dann doch zu viel. Auf der positiven Seite hab ich dann wieder mehr Zeit fuer die Arbeit und im Hinblick darauf, dass mir vier Weihnachtsfeiern bevorstehen ist die sicher auch noetig... :-) Weihnachtsstimmung kommt hier jedoch bei weit ueber 20 Grad nicht so leicht auf (trotz Santa-Parade), so dass ich euch fast ein bisschen um den Schnee beneide, den ihr gerade habt. War ja klar, dass es das einzige weisse Weihnachten im Jahrzehnt gibt, wenn ich fort bin. Aber ich beschwer mich sicher nicht, dafuer ist das Wetter hier dann doch zu schoen :-P

Montag, 22. November 2010

Anawhata Beach!

Gestern hat die Susanna ja ihren Geburtstag gefeiert (gleich 2x, so gut geht es ihr) und ich hab das Gefühl eine gaaaaaaaanze Menge verpasst zu haben. Ich muss zugeben, dass es mich ganz schön geknickt hat, nicht dabei sein zu können. Ich hab mich aber sehr gefreut all die schönen Details zu hören! Ich hoffe ich verpass nicht mehr allzu viele Parties, bevor es zu meiner Welcome-Back-Party kommt. Andererseits ist es nur fair, dass ihr mich auch mal neidisch macht.

Ich bin diese Woche ziemlich aktiv gewesen. Den Sonntag, den ich tatsächlich zum Arbeiten genutzt hab, wollen wir da mal nicht so genau beleuchten, dafür aber ein paar andere Dinge. So war ich am Donnerstag z.B. im Theater. Ein interessantes und vor allem skurilles Stück, bei dem ein hölzernes Boot auf Rollen über die Bühne geschoben wurde (Sturm) und die Schauspieler (ausschließlich Frauen) sich mächtig angezickt haben. Die Presse hat das ganze mit Lost verglichen, wahrscheinlich weil sich am Ende raus stellte, dass alle bis auf ein kleines Mädchen eigentlich schon tot waren. Falls ihr jetzt verdutzt kuckt, macht euch nix draus. So ging es mir auch :-)


Größere Kartenansicht

Einen wahnsinnig tollen Ausflug hab ich am Samstag gemacht. Ich wurde eingeladen mit dem Auto an den Anawhata Beach zu fahren. Ganz an diesen an der Westküste gelegenen Strand kommt man nicht, deshalb gehörte ein etwa 20 minütiger Fußmarsch durch urwaldartige Trampelpfade zum Programm. Unten angekommen überwältigende Landschaft.

Der Strand ist links und rechts von Steilküste umrahmt und dank mittelprächtigem Wetter war das alles schaurig in leichten Nebel gehüllt. Es war trotzdem ziemlich warm und das beste an der Sache: Wir hatten quasi den ganzen Strand für uns! Ich bin so begeistert, dass ihr mich wahrscheinlich schon verflucht, sorry dafür. Schaut euch einfach ein paar Bilder an und ihr seht, was ich meine. Haben dort den ganzen Nachmittag mit Frisbee spielen verbracht und tatsächlich bin ich auch Schwimmen im Meer gewesen. Hab erst gezögert, weil ich dachte, das ist bestimmt kalt, aber dann dachte ich auch "Du sitzt 30 Stunden im Flugzeug um dann nicht bei der ersten Gelegenheit im Meer zu schwimmen? Nee!" Die Überraschung war dann, dass das Wasser mehr als erträglich war. Nicht direkt warm, aber auch nicht wirklich kalt.

Witzig ist, dass der Strand ziemlich lange ziemlich flach verläuft, so dass man eigentlich nur knöcheltief im Wasser steht. Kommt dann aber eine Welle schwimmt man darin eine ganze Weile. Strömt das Wasser dann wieder zurück zieht es ordentlich an den Beinen und ich kann mir vorstellen, dass man darin nicht mehr gegen die Strömung schwimmen könnte, wenn man keinen Boden unter den Füßen hat. Aber da alles flach war, war es einfach nur spaßig! Jetzt nerv ich auch nicht weiter, sondern hol endlich die Wäsche aus meinem Wäschewender (Trockner ohne Trocknung). Gute Nacht!

Donnerstag, 18. November 2010

Birthday!

Die Tage vergehen weiterhin wie im Flug. Heute war jedoch ein ganz besonderer Tag, naemlich der Geburtstag von Susanna. Nochmal HAPPY BIRTHDAY an dieser Stelle. Ist immer ein bisschen komisch, wenn die Leute hier schon 12 Stunden frueher Geburtstag haben, als sie selber denken. Gratuliert man dann schon oder nicht? Ich fand's jedenfalls schoen live zu den Familienfeierlichkeiten zugeschaltet zu werden, denn auch wenn ich das leckere Essen nicht geniessen konnte, so durfte ich wenigstens alle mal wieder sehen. Mal sehen, vielleicht gelingt das ja auch am Samstag. Eines der Geburtstagsgeschenke, dass meine Suesse bekommen hat, war das Buch "Eat, Pray, Love". Witziger Zufall, da ich den Film am Dienstag (auch hier Super-Kino-Dienstag) gesehen hab und auch ganz nett fand. Heute steht auf meinem Kulturprogramm ein Besuch im Theater, bin gespannt.

Unterdessen arbeite ich fleissig weiter. Anfang der Woche war hier eine Konferenz, die ich besuchen durfte. Das Superbugs-Symposium, wo man viele teils recht interessante Vortraege ueber die Forschung an den gemeinsten und weit verbreitesten Krankheitserregern der Welt hoeren konnte. Ausserdem gab es super Essen! - Hoffentlich ohne Superbugs, aber noch geht's mir gut! Gestern ist mein Betreuer nach sechs Wochen Abwesenheit wieder zurueck gekommen. Er muss sich jetzt natuerlich erstmal wieder einfinden und wahrscheinlich 10^6 E-Mails durchgehen. Ich hab ihm jedoch schon berichtet, dass ich ein bisschen haeng und wir das mal durchsprechen sollten. Bis dahin mach ich mit dem weiter, woran ich gerade dran bin. Meine Fehler von letzter Woche hab ich schon fast ausgebuegelt. Dabei springt jetzt ab und zu auch ein Bildchen fuer euch raus. Heute im Angebot, das Chromatogramm meines eigenen Laborexperiments :-) Weitere folgen...

Sonntag, 14. November 2010

Harbour!

Wieder mal neigt sich ein Wochenende dem Ende zu und ich bin ein bisschen traurig, dass ich trotz dem schönen Wetter nicht mehr Zeit draußen verbracht habe. Die paar Minuten, die ich jedoch draußen war gab es tolle Fotos. So bin ich auf dem Weg zum Einkaufen am Samstag den Hafen entlang geschlendert und hab nach der Soren Larsen gesucht, die dieses Wochenende ja vor Anker liegen sollte. Sie ist wohl schon wieder weg :-(

Zum Frustabbau gab es dann ein Lemon-Cheesecake-Eis in einer wahnsinnig guten und wahnsinnig teuren Eisdiele am Fährterminal (5$ für eine Kugel). Dann ging's weiter zum Countdown, denn ein Einkauf war längst mal wieder überfällig und ich hab gleich den halben Laden leer gekauft (zumindest das, was die andern Deutschen mir an einem Samstag Nachmittag übrig gelassen haben). Als Schwabe bin ich wirklich ein leichtes Opfer der lokalen Verkaufspolitik.

Hier verkauft man gerne alles als Multibuy, d.h. man bekommt viel Rabatt wenn man gleich 2 oder 3 mal das selbe im Einkaufswagen hat. Ich hab also 2x Wurst, 2x Kellogs, 2x Deo, 2x Lachs und vieles weitere eingekauft. Aber wie SWR3 ja sagt: Wenn du nie was billiges kaufst, kannst du ja nie was sparen! Ulkigerweise laufen hier die Weihnachtsvorbereitungen schon auf Hochtouren. Schaufenster wurden verhangen, damit man nicht sieht, was da kommt. Weihnachtsmänner werden an Häuserfassaden geschraubt und sogar der Skytower wird jetzt von einem gemalten Tannenbaum geziert.

Püntklich dazu stieg das Thermometer erstmals fühlbar über 20°C, so dass ich den Sonntag einen Ausflug in meinen Lieblingspark gemacht habe. Ist jetzt soweit, dass man es auch trotz Wind gut aushalten kann. Nur mit Sonnenbrand muss ich vorsichtig sein, obwohl die Leute sagen, dass mein Teint schon kräftig zugelegt hat, seit ich hier als weißes Gespenst angekommen bin.

Samstag, 13. November 2010

1885!

Wenn man sich in Auckland erstmal ein bisschen auskennt, stellt man fest, dass es hier unzählig viele schöne Bars, Cafés, Restaurants und andere Dinge gibt. Der Trick ist: Die schönsten Plätze sind fast nie diejenigen, die man beim Schlendern durch die Straßen findet. Die guten Plätze sind versteckt, sehen von außen oft schäbig aus und entfalten ihren Charme erst von innen oder werden überhaupt erst nur in Kellern, Dachgeschossen oder hinter verwinkelten Gassen entdeckt. Eine solche Bar ist das 1885 (Foto), in dem die Atmosphäre ideal ist um nach einem langen und anstrengenden Arbeitstag bei gemächlicher Live-Jazz-Musik auszuspannen. Man findet mich aber auch bei der Facebook-Paparazzi-Pizzeria oder im Don (Japanisch), nicht nur da es dort 30% Rabatt auf alles gibt (immer noch Schwabe), wenn man nach 21 Uhr auftaucht, sondern weil es auch sehr gemütlich ist. Anfang dieser Woche hab ich mal wieder was Neues ausprobiert. Es gibt in der Queen St. einen waschechten Comedyclub, bei dem Studenten ziemlich günstig reinkommen. $6 für einen netten Abend bei dem sich 10 professionelle Komiker und Anfänger bemühen einen zu unterhalten. Schön war, dass ich das allermeiste trotz teils schwieriger Akzente verstanden hab. Nur beim Lokalhumor und bei Referenzen zum Fernsehen musste ich passen. Trotzdem gut möglich, dass ich da öfters hingeh, um den britischen Humor genauer zu studieren.

Die Arbeit ging diese Woche erstaunlich gut voran, auch wenn ich Freitag einen Rückschlag erlitten habe, bei dem mir bei der Vorstellung meiner Ergebnisse offenbar wurde, dass die Ausgangsdaten so nicht verwendbar sind. Aber gut, langsam hab ich ein Händchen dafür und eigentlich ist es gut, dass mich das geärgert hat. Ich hab sogar schon mit dem Gedanken gespielt am Wochenende zur Uni zu fahren, um es dieses mal richtig zu machen. Aber naja wir wollen mal nicht übertreiben, hab noch ein paar andere Punkte auf meiner Agenda. Einkaufen wäre z.B. seit etwa einer Woche überfällig. Nur gut, dass es hier kleine Läden an jeder Ecke gibt, aber ein paar Dinge gibt es eben nur im richtigen Supermarkt und der ist auch Welten billiger. Also auf geht's, bevor ich den Samstag hier vertrödel. 

Dienstag, 9. November 2010

Kleine Fortschritte!

Die Arbeit macht wieder kleine Fortschritte. Oder aber ich hab gelernt mich auch ueber kleine Dinge zu Freuen. Gestern gab es hilfreiche Erklaerungen zu vorhandenen Daten, denen ich bislang planlos gegenueber stand und Morgen hol ich die neuen Daten ab, die ich selbst im Labor erzeugt habe. Heute hat ein Servicetechniker mir 20 Sekunden nach E-Mailanfrage Statistiksoftware (Matlab) geliefert. Das nenn ich mal fix! Und ich hab endlich meine Selbstbeschreibung geschrieben, die es demnaechst auf der neuen Webseite von Silas' Arbeitsgruppe zu lesen gibt. Geb euch dann den Link. Ausserdem hab ich heut ein paar Dinge kapiert, an denen ich ne Weile geknabbert hab. Und letztlich hab ich eine ganze Sammlung von Programmen zum Laufen bekommen. Damit kann ich jetzt konfuse Bilder erzeugen, wie ihr seht. Wir lassen jetzt grosszuegig ausser acht, dass da noch ein Stapel unverstandener Dinge auf meinem Schreibtisch liegt und das Bild erstmal niemandem weiter hilft. Tief durchatmen, Schritt fuer Schritt und am besten erstmal was Essen gehen. Die Woche hat ja gerade erst richtig angefangen!:-)

Sonntag, 7. November 2010

House Warming BBQ!

Wenn man im englischsprachigen Raum umzieht heißt die zugehörige Einweihungsparty House Warming. Klingt sehr nett, wie ich finde und es war auch toll bei dem wunderschönen Wetter endlich mal was auf den Grill zu schmeißen. Ich entschuldige mich vorab für aufkommenden Neid :-) Mein Beitrag zu meinem ersten BBQ in Neuseeland war neben dem Aufhängen von Bildern im neuen WG-Zimmer von Anna die Herstellung eines mehr oder weniger schwäbischen Kartoffelsalats. Ich hab die Zwiebel in diesem Fall durch Frühlingszwiebeln ersetzt, was sich als hervorragende Idee herausgestellt hat.

Tatsächlich fand sogar ich meinen Salat lecker, was die überwiegend aus Deutschen bestehende Gästeschaft bestätigte :-) Ansonsten muss ich sagen, dass man bei einer richtigen WG mit richtiger Küche, Bad und Wohnzimmer schon neidisch wird, wenn man selbst in so einem seltsamen Appartment lebt wie ich. Aber dagegen halten kann man ja immer noch die kurzen Wege in die Stadt und zur Uni.

Anna wohnt einen Katzensprung entfernt von Eden Park, dem größten Stadion Neuseelands. Wie es der Zufall wollte, fand dort heute ein wichtiges Spiel zwischen den All Blacks und Australien statt. Wir konnten das ganze visuell im Fernsehen und akustisch durch das Fenster verfolgen. Leider haben die All Blacks ziemlich deutlich verloren, was die heimströmenden Massen mit dem Umwerfen von Mülleimern kommentierten. Zum Spiel selber muss ich sagen, dass es mir bei weitem zu gewalttätig und langweilig erscheint. Bin ja wirklich kein Fußballfan, aber Fußball scheint mir vom Taktischen noch näher an Schach zu sein, als an Rugby. Werd es mir also nochmal überlegen, ob ich mir so ein Spiel in echt anschauen werde.

Wie ich hier schreibe, ist es Sonntag Nachmittag und ich hab einen sehr faulen Tag hinter mich gebracht. Nicht mal zum Einkaufen konnte ich mich motivieren. Aber ich seh's positiv. Morgen fängt eine neue Woche an und ich kehre voller Motivation an meine Arbeit zurück. Auf dem Plan steht so z.B. ein Treffen mit Katie, welche für die Daten, die ich bekommen habe, verantwortlich ist. Sie bringt hoffentlich ein bisschen Licht in das Dunkel der Exceldateien. Jetzt gilt es erstmal letzte Nahrungsmittelreserven zu mobilisieren. Ich vermute das läuft mal wieder auf Nudeln und Tomatensauce hinaus. Bon appetit à moi!

Samstag, 6. November 2010

Guy Fawkes!

Gestern war hier Guy Fawkes oder auch Bonfire Night! Für diejenigen unter euch, die davon  noch nie gehört haben: http://de.wikipedia.org/wiki/Guy_Fawkes

Die Geschichte in aller Kürze: Am 05.11.1605 hat der englische Offizier Guy Fawkes ein Attentat auf den englischen König versucht, da dieser Katholiken verfolgen lies und Guy Fawkes selbst zum Katholizismus konvertiert war. Sein Plan war es 36 Fässer Schießpulver unter dem Parlament zur Explosion zu bringen (deswegen auch Gunpoweder-Plot). Er ist damals gescheitert und damit jedoch in die Geschichte eingegangen, als der einzige Mann, der jemals mit ehrlichen Absichten ins Parlament ging. Gefeiert wird sein Versagen vor allem in Großbritannien jährlich mit großem Feuerwerk und dem Verbrennen von Guy Fawkes-Puppen. In Neuseeland gibt es dann ähnlich wie in Deutschland vor Silvester für wenige Tage Feuerwerk zu kaufen. Jedoch sind die Kiwis nicht so zündelbegeistert, wie die Deutschen. Zum einen hat man wegen der Verletzungsgefahr Raketen verboten (also nur Bodenfeuerwerk) und zum andern ist die Menge recht mager. Ich hab das ganze auf einem Hügel im Viertel Blockhouse Bay verfolgen können, doch außer einem Plop ab und zu gab es nicht viel zu sehen. Deshalb zeigt man bei uns im Fernsehen wohl auch Sydney und nicht Auckland in der Silvesternacht :-)

Remember, remember the fifth of November
Gunpowder, treason and plot.
I see no reason why the gunpowder treason
Should ever be forgot.

Mittwoch, 3. November 2010

Dia de Muertos!

Liebe Leute, ich muss leider sagen die Arbeit geht gerade schleppend voran. Doch nicht wie ihr vielleicht denkt, weil ich die ganze Zeit feier (wer wünscht sich denn bitteschön einen Blog, der jeden Tag anfängt mit
"Heute habe ich acht Stunden gearbeitet..." ;-). Viel mehr liegt das an anderen Gründen. So ist z.B. die Laborarbeit sehr schleppend voran gegangen. Dazu kommt, dass sich meine Vorstellungen mit den gegebenen Daten ganz und gar nicht so umsetzen lassen, wie gedacht. Jetzt war ja aber auch klar, dass meine Arbeit hier nicht nach Rezept laufen würde, sondern dass ich selbst kreativ sein muss, um letztendlich ein wirkliches Thema und möglicherweise etwas wirklich Neues zu finden. Ihr könnt euch aber auch vorstellen, dass einem tolle Ideen nicht von heut auf Morgen einfallen.

Also grübel ich gerade viel nach und denk mir viele Sachen aus, die ich dann wieder verwerfe, weil sie mir nicht machbar erscheinen. Dass mein Betreuer die letzten fünf Wochen weg war, macht das natürlich nicht viel leichter, aber ich denk die Phase wird vorbei gehen. Nächste Woche kommt er nämlich (hoffentlich)  wieder und noch sind mir die eigenen Ideen nicht ganz ausgegangen. Ich bin also ein bisschen geknickt, aber hoffnungsvoll.

Und wenn ich nach einem frustigen Arbeitstag genug habe, dann habe ich verschiedene Dinge, die mich wieder aufheitern. Dazu gehören nette Kommentare unter meinen Blogeinträgen, doch vor allem meine liebevolle Freundin, die sich morgens fünf Minuten nach dem Aufwachen schon meine Sorgen anhört und keine Sekunde zweifelt, dass ich die Welt verändern werde. Ich bin auch erstmal mit einem guten Ansatz zur Datenanalyse zufrieden, aber vielen lieben Dank für den Vertrauensvorschuss und vor allem dafür, dass du mich die ganze Zeit über so selbstlos unterstützt. Du bist in vier Buchstaben T O L L.

Mir kommt auch sehr zu Gute, dass ich hier nie unter dem Schreibtisch versteckt habe und mit einer ordentlichen Portion Glück gleich die richtigen Leute getroffen habe, die mich bereitwillig in ihrer Mitte aufgenommen haben.  Ich hab auch immer noch sehr viel Neugierde übrig, um alles neue, exotische kennen zu lernen. So war am Dienstag z.B. Dia de Muertos, der sogenannte Tag der Toten oder wie ich mir habe sagen lassen, Allerseelen im Deutschen. Die Mexikaner feiern diesen Tag auf ihre ganz eigene Weise. Sie trauern nicht, nein sie feiern diesen Tag, um die Verstorbenen Angehörigen in Ehren zu halten und um dankbar zu sein, für all jene, die am Leben sind. Ich mag den Gedanken diesen Tag bunt und fröhlich zu begehen sehr, auch wenn es mit den ganzen Totenköpfen die zur Dekoration dazu gehören wirklich skurril wirkt.

Um mitzumischen war ich mit Freunden im Mexican Cafe, in dem sonst öfters Live Musik gespielt wird. Zum Anlass gab es ein spezielles Gericht namens "Chicken Mole", was Hühnchen in einer Schokoladen-Bananen-Chilli-Soße ist. War exotisch und doch sehr lecker.

Morgen setz ich die kulinarische Reise dann mit echtem indischen Essen fort. Zitat: "Verträgst du scharf? - Einiges für einen Deutschen - Also nicht..."

Montag, 1. November 2010

Halloween und Spätzle!

Letztes Wochenende war Halloween (bzw. bei euch ist das im Moment sogar noch aktuell) und ich habe gerade rechtzeitig vorher ein amerikanisches Pärchen kennen gelernt. Wie wir wissen, feiern die Amerikaner Halloween standesgemäß und so bin ich Samstag Abend schnell noch in die Stadt getigert, um mich auch entsprechend verkleiden zu können. Das Ergebnis seht ihr ja :-) Was ich leider nicht bedacht habe, ist dass man durch diese Maske nur sehr wenig sieht und auch nix Flüssiges mehr zu sich nehmen kann.

Aber naja, zum Erschrecken von Passanten hat es sich allemal gelohnt. Im aktuellen Fotoalbum könnt ihr auch sehen, dass ich später noch ein Gesichtsgemälde in Form eines Frosches dazu bekommen habe. Auf der Party ging es auch sehr lustig zu, die Kreativität der verschiedenen Kostüme war überwältigend. Sollten wir in Deutschland auch machen, find ich viel besser als Karneval oder Fasching.

Am Sonntag ging es dann wieder ans Experimentieren. Es wurde allerhöchste Zeit den Spätzle-Shaker auszuprobieren, den ich von meiner Patentante zur Bekämpfung von Heimweh bekommen habe (Nochmal danke!).

Im Album könnt ihr sehen, wie das Schritt für Schritt funktioniert hat und ich muss sagen, dass das Ergebnis gar nicht so übel war. Mit ein bisschen Übung bekomm ich die sicher noch besser hin! Version 1 war ein bisschen zu glibbrig und brauchte mehr Salz, war aber trotzdem lecker! Auch an der Form muss ich noch üben, denn ich kann schon die Einwände eingefleischter SchWaben hören ("das sind doch keine Spätzle, das sind bestenfalls Knöpfle!").

Ich hab auch noch gar nicht von der Odysee erzählt, die man hinter sich bringen muss, um hier ein Konto zu eröffnen. Ich hab in der Tat drei Anläufe gebraucht. Beim ersten mal war es 30 Minuten vor Geschäftsschluss und man sagte mir, dass dieser Vorgang 40 Minuten beanspruchen würde und ich am nächsten Tag früher wiederkommen solle. Und um eins draufzusetzen sagte man mir, ich solle doch dann auch gleich zu einer anderen Filiale gehen. Als ich gefragt hab, was an der den besser wäre, lautete die offensichtliche Antwort: "Dort wird koreanisch gesprochen!". Seitdem bin ich hier auch als der "blonde Koreaner" bekannt ;-)

Am nächsten Tag (in einer anderen Filiale, aber nicht der koreanischen) hatte ich nicht viel mehr Glück, denn man machte mich darauf aufmerksam, dass ich einen Termin hätte vereinbaren müssen. Aber immerhin bekam ich noch einen für den selben Tag und da ging dann auch alles sehr schnell. Freundlich, kompetent und kostenlos, da Student. Super! Auch meine EFTPOS-Karte bekam ich gleich in die Hand gedrückt. Richtig gut: Man kann sich seine PIN selbst aussuchen. EFTPOS ist sowas wie bei uns EC, nur dass hier wirklich ALLES damit bezahlt wird. In der Bar, im Restaurant, sogar im Taxi und an mobilen Eisdielen. Cash ist out :-) und ganz ehrlich: Ist auch sehr praktisch, wenn man statt dem ganzen Geldbeutel nur EFTPOS und Reisepass mitnehmen muss.

So, das war´s erstmal für heute, ich wünsch euch einen schönen Feiertag, zumindest den Süddeutschen unter euch!